Dienstag, 4. März 2014

Heimwerken Deluxe: Holzsäule für den Garten

Meine Lieben,

ihr seht es selbst. Ich bin eine treulose Tomate! Es tut mir auch wirklich leid, aber momentan hat das richtige Leben (leider) Vorrang. Damit ihr trotzdem was zu lesen habt und ihr weiterhin Inspiration sammeln könnt, kommt heute ein Gastbeitrag online. Dass meine Kreativität und mein Hang zum Selbermachen nicht von Ungefähr kommt, seht ihr heute am letzten Projekt meines Vaters. Er hat für den elterlichen Garten eine tolle Holzskulptur gebaut und erklärt euch heute, wie das jeder daheim nachmachen kann! 


Ich wünsche euch nun viel Spaß beim Lesen und am Ende melde ich mich noch einmal kurz zu Wort.


"Liebe Tschessilicious-Leser,

ich möchte euch zeigen, wie ich beim Bau einer Holzsäule für unseren Garten vorgegangen bin. Es ist auch für einen Nicht-Fach-Mann(Frau) nicht allzu schwer dies nachzubauen, ein wenig handwerkliches Geschick vorausgesetzt.
Bevor es losgeht, sollte man sich darüber im Klaren sein, wie hoch die Säule werden soll. Danach richtet es sich, welche Kanthölzer man im Baumarkt aussucht und sich dort auch gleich zurecht sägen läßt. Versucht es besser nicht zu Hause zu sägen – es werden nicht alle Kanthölzer gleich lang. Es sei denn ihr verfügt über eine Kreissäge mit Anschlag - ich habe aber keine.

Meine Säule sollte 70 cm hoch werden, also besorgte ich mir im Baumarkt 3 Kanthölzer (7x7 cm, 2,10m lang) und sägte daraus neun 70cm lange Hölzer. 



Jetzt ging es daran immer 3 dieser Hölzer zusammen zu leimen. Dazu werden auf diese Länge etwa 3 Löcher gebohrt. Damit die Dübel später nicht in den Löchern vollständig versinken, nehme ich immer ein Stück Klebeband, was ich am Holzbohrer in ungefähr halber Dübellänge anbringe. Somit habe ich immer einen kleinen Anhaltspunkt, wie tief ich mit dem Holzbohrer bohren muß. 


So, nun bohrt man schnell die drei Löcher und steckt in die Löcher solche „Dübelhilfen“ (ob die wirklich so heißen weiß ich nicht, gibt es aber in jedem Baumarkt in 6, 8 und 10 mm Durchmesser).



Dann legt ihr das zweite Kantholz paßgenau auf das erste und drückt es fest zusammen, es werden durch die Dorne der Dübelhilfen auf den zweiten Kantholz exakt die Mitte der Dübellöcher des ersten Kantholzes abgebildet.


Jetzt werden in diese Markierungen ebenfalls Löcher gebohrt. Die Dübellöcher mit wasserfestem Holzleim füllen, eine Seite der beiden Kanthölzer mit Holzleim bestreichen (Ponal - Holzleim, wasserfest) und die Holzdübel (von Bosch) mit einem Holzhammer einschlagen. 



Solltet ihr keinen Holzhammer parat haben, geht auch ein normaler Hammer, aber dann bitte mit einem Stück altem Holz auf dem Dübel die Dübel einschlagen, damit ihr mit dem Metallhammer die Dübelenden nicht verletzt, denn sonst habt ihr Probleme die Dübellöcher sauber zu treffen.
So nun die beiden Kanthölzer an den Dübeln verbinden.



Und das dritte Kantholz auf die selbe Art paßgenau auf das zweite Kantholz leimen.
Wenn ihr das dann erledigt habt, sehen eure drei Kanthölzer in etwa so aus.



Jetzt noch mit drei bis vier Schraubzwingen die drei Kanthölzer fest zusammen leimen. Auch wenn nach ein paar Stunden der Leim getrocknet sein sollte, ich lasse den Leim immer über Nacht unter Spannung trocknen. 
Solltet ihr keine Schraubzwingen haben, geht auch ein Spanngurt (oder mehrere), die es oftmals bei Aldi oder Lidl für kleines Geld gibt.


Aber hier unbedingt ein altes Stück Holz unterlegen, da es durch den Gurt beim Anziehen unschöne Streifen im Holz gibt, die ihr nicht mehr weg bekommt. Sollte man im Übrigen auch bei Schraubzwingen tun, was ich vergessen hatte und später die Schäden beheben musste, aber dazu später mehr.

Diesen Vorgang müßt ihr nun drei Mal wiederholen, bis ihr die drei „Dreier-Pakete“ habt.

Dann werden diese Dreier-Pakete in der selben Art und Weise übereinander gedübelt, geleimt und gepreßt, damit die Säule am Ende so aussieht.


Jetzt habe ich die Boden und die Deckelseite der Säule mit dem Bandschleifer „begradigt“, was ihr nicht machen müßt, wenn ihr sauber und exakt verleimt habt, aber bei mir sind es immer ein paar zehntel Millimeter, die unschön sind. Also, entweder mit dem Bandschleifer, mit einem Schwingschleifer oder „per Hand“ schön gerade schleifen.
Am Ende könnte es dann so aussehen:


Auch die Kanten könnt ihr ein wenig brechen.
Dann  habe ich, um etwas mehr Struktur ins Holz zu bekommen, mit einem Stahlbürstenaufsatz mit der Bohrmaschine die Oberfläche ein wenig angerauht. Dadurch kommt die Maserung des Holzes ein wenig besser zu Vorschein, was mir persönlich sehr gut gefällt.



Das muß man natürlich nicht tun und kann das Holz auch glatt schmirgeln bzw. schleifen.

Am Ende sieht die Säule dann so aus:




Als nächsten Schritt habe ich die Oberfläche mit grobem Schmirgelpapier ein ganz klein wenig angeschliffen, damit ich die groben Holzreste entfernen konnte und fertig wars.

Die Schnittkanten habe ich mit Kantenwachs bestrichen. Das muß man nicht tun, versiegelt aber die Schnittkanten, gerade wenn das Holz im Freien stehen wird und naß wird. Es verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit und verlängert so die Lebensdauer des Holzes.

Jetzt kann man die Säule nach eigenem Gusto streichen, ölen etc. 
Ich verwende immer ein Holzöl, denn so kann man immer mal wieder darüber „ölen“ und muß nicht vorher abschleifen, was beim Lackieren der Fall wäre. 
Einfachstes Holzöl: Im Baumarkt eine Dose Leinöl kaufen und es 1:1,5 mit Terpentin mischen (also ein Teil Öl und 1,5-2-fache Menge Terpentin). Nicht zu viel Öl nehmen, sonst gibt das eine zu klebrige Masse, die ihr auf dem Holz nicht mehr weg bekommt.

Ich habe mich für Lärchenöl entschieden, da ich von dem noch einen Rest im Keller stehen habe.


So sieht meine Holzsäule fertig aus.



Ich hoffe, daß ihr nach diese Anleitung ein wenig mehr über die Holzverarbeitung erfahren konntet. Ich habe das Holzhandwerk nicht erlernt, habe aber in meiner Jugend oft und gerne in den Ferien in einer Schreinerei gejobbt."


So, meine Lieben, ihr seht, was im Hause Tschessilicious so alles gebastelt wird. Für meinen Geschmack hätte die Holzsäule auch bunt lackiert gut ausgesehen, aber der Kreativität sind an dieser Stelle ja keine Grenzen gesetzt! Die halbrunde Keramikschüssel ist übrigens eine Mischung aus Kerze und Fackel. Die Holzsäule ist wirklich extrem stabil und ich konnte sie nicht wegrücken. Man kann also wirklich gut verschiedene Sachen darauf stellen.

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche und melde mich auch bald mit einer kleine Köstlichkeit aus der Tschessilicious-Backstube zurück! 


Alles Liebe
eure Tschessi



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